Freiwillige Feuerwehr Haigerseelbach

Jahresbericht 2003

Für die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Haigerseelbach
Am 01.01.03 hatten wir in der Einsatzabteilung eine Personalstärke von 17 Aktiven. Eine Aktive Feuerwehrfrau ist weggezogen, dafür konnten wir aber Tanja Knetsch und Sebastian Krumm für die Feuerwehr begeistern, so dass wir zum Jahresende 2003 insgesamt 15 aktive Feuerwehrmänner und 3 Feuerwehrfrauen auf der Liste führten.

Auf dem Dienstplan standen insgesamt 20 Übungen. Diese teilten sich wie folgt auf: 4 Unterrichtsabende, 5 Schulübungen, 8 Angriffsübungen, eine Ganztagesübung, eine Nachtübung und eine Abschlussübung.
Bei den 20 Übungs- und Unterrichtsabenden brachten es die Aktiven auf ca. 430 Übungsstunden. Die Übungsbeteiligung lag im Jahresdurchschnitt bei etwas über 67% (12 Aktive pro Übung). Höchster Stand bei einer Übung waren 17 Aktive zur Ganztagesübung, Datum 27.09..2003. Den niedrigsten Stand mussten wir am 09.05. und am 05.09. mit jeweils nur 9 Aktiven vermerken, wobei an beiden Terminen jeweils 2 Kameraden an Lehrgängen teilnahmen. Im Vergleich zu 2002 war das ein klarer Aufwärtstrend.

Einsätze 2003
Im zurückliegenden Jahr sind wir zu 10 Einsätzen ausgerückt. Da waren zwei Kleinbrände, ein Mittelbrand, eine Technische Hilfeleistung und zwei sonstige Einsätze. Außerdem galt es bei drei Einsätzen die Brandmeldeanlage zu überprüfen, die jeweils eine Fehlalarmierung ausgelöst hatte. Leider hatten wir auch eine „Böswillige Alarmierung“ zu verzeichnen.

Zu unserem ersten Einsatz im Jahr 2003 wurden wir am 23.02. um 09:32 Uhr wegen eines Unfalls, mit einer eingeklemmten Person, alarmiert. An diesem Sonntagmorgen erlitt der Fahrer eines PKW vermutlich einen Schwächeanfall. Dies hatte zur Folge, dass sein Fahrzeug die abschüssige Hofausfahrt hinunterfuhr, eine Straße kreuzte und schließlich mit hoher Wucht gegen eine Hauswand krachte. Als wir fünf Minuten nach der Alarmierung am Unfallort eintrafen, wurde der eingeklemmte Fahrer schon von Rettungssanitätern und vom Notarzt versorgt. Die Alarmierung des Rettungs- und Notarztwagens erfolgte schon um 09:14 Uhr, anschließend wurde dann erst die Feuerwehr angefordert. Wir kümmerten uns dann sofort um den eingeklemmten Fahrer, und verschafften ihm etwas mehr Platz durch das zurückschieben des Sitzes.
Kurz darauf traf auch die Feuerwehr Haiger ein und man konnte damit beginnen, dem Notarzt eine bessere Zugänglichkeit zu dem Fahrer zu verschaffen. Mit Rettungsschere und Spreitzer wurden die Türen entfernt und das Lenkrad weggeschnitten. Nun hätte man den Verletzten aus dem Auto ziehen können, aber der Notarzt entschied sich nach der weiteren Behandlung, und Aufgrund des Alters und der Schwere der Verletzungen für eine Patientenschonende Rettung. Jetzt wurde noch das ganze Dach des PKW entfernt um den Verletzten einfacher aus seiner Lage zu befreien. Nach einer längeren Behandlung im Rettungswagen wurde er dem inzwischen angeforderten Rettungshubschrauber „Christof 25“ übergeben und ins Krankenhaus geflogen. Bei den Aufräumungsarbeiten wurde unsere Aufmerksamkeit dann auf das Haus gelenkt, bei dem doch wesentlich mehr Schaden angerichtet wurde als von Außen zu erkennen war. Der Fenstersturz hing frei in der Luft weil die Wand darunter komplett ins Badezimmer hineingedrückt war. Die Badewanne stand auch nicht mehr an ihrem ursprünglichen Platz, und der Heizkörper hing nur noch an den Rohren. Im ganzen Badezimmer lagen Stein- und Fliesenbrocken herum. Also mussten wir den Sturz und die Decke noch mit geeignetem Material abstützen, um einen Einsturz sicher zu verhindern. Der gesamte Einsatz dauerte zwei Stunden, und 12 Aktive waren vor Ort.

Einsatz Nummer zwei ereignete sich am 03. Mai, Samstagmorgens um eine Minute nach Fünf, hinter der Sixt-Autovermietung auf der Kalteiche. Dort brannten drei so genannte „Wackelbuschen“ lichterloh. Als wir 7 Minuten nach Alarmierung an der Einsatzstelle eintrafen, waren schon Kollegen der Haigerer Wehr vor Ort. Die Haigerer Wehr wurde an der Tankstelle von der Alarmierung überrascht, als sie gerade ihre Fahrzeuge, nach einem nächtlichen Großbrand in Dillbrecht, betankten. Bei diesem Einsatz wurden zwei Aktive von uns unter Atemschutz zur Brandbekämpfung eingesetzt und die anderen kümmerten sich mit um einen Schaumangriff. Eine gewisse Brisanz bei den Löscharbeiten verursachten die Gasflaschen in den Wohnwagen, die teilweise der Hitze nicht standhielten und daraufhin die Absperrventile wegplatzten und das Gas ausströmte. Um 05:47 Uhr verließen wir die Einsatzstelle und kümmerten uns erst einmal um Kaffe und ein ordentliches Frühstück. Um 6:50 Uhr rückten wir dann noch einmal aus, um wieder aufflackernde Glutnester mit einem zusätzlichen Schaumteppich endgültig zu ersticken. Endgültiges Einsatzende war dann um 07:27 Uhr. Die Gesamteinsatzdauer betrug 2 Stunden und 11 Minuten.

Bei den Einsätzen drei bis fünf beschäftigten wir uns mit Fehlalarmierungen der neuen Brandmeldeanlage der Firma Ingersoll auf der Kalteiche. Dies war am 09. und 20. Mai, sowie am 21. Juni. Zwei mal waren wir nach 8 Minuten vor Ort und einmal brauchten wir 9 Minuten für die fünf km bis zur Firma Ingersoll. Bei einem dieser Einsätze dauerte es etwas Länger, da der ausgelöste Melder in der Zwischendecke angebracht war, und keine Kennzeichnung sichtbar angebracht wurde. Einsatzdauer: 1 Stunde und 5 Minuten; 28 Minuten; 23 Minuten.

Beim Einsatz Nummer sechs wurden wir dann, am 09. Juni um 17:34 Uhr, zu einem Fassadenbrand in die Haigerseelbacherstraße gerufen. Hier hatte bei Dacharbeiten auf einem Carport, ein mit Heu befüllter Schuppen Feuer gefangen. Das Feuer breitete sich zunächst unbemerkt bis hinter die neu gemachte Schiffer-Fassade aus. Als es bemerkt wurde, hatte sich der Qualm schon bis ins Gebäude vorgearbeitet. Fünf Minuten nach Alarmierung trafen wir ein, und hatten sofort alle Hände voll zu tun, um die lodernden Flammen abzulöschen und Schlimmeres zu verhindern. Wenige Minuten später trafen auch unsere Kameraden der Kernstadt-Wehr ein und unterstützten uns. Sie übernahmen die Belüftung des Wohnhauses unter Atemschutz und halfen uns auch bei allen anderen Arbeiten. Nach ablöschen der sichtbaren Flammen konnte man immer noch Rauchschwaden sehen die aus der Fassade drangen. Also blieb uns keine Wahl die Fassade nach und nach zu entfernen und den glimmenden Dämmstoff, sowie die verkohlten Latten und Bretter zu entfernen. Wir entfernten ca. 25qm der Fassade, bis wir alle Glutnester sicher entfernt hatten, und ein Übergreifen auf die alten Fachwerkbalken unmöglich war. Dank des schnellen Eingreifens der Haigerseelbacher und Haigerer Wehr, wurde hier ein wesentlich größerer Schaden verhindert. Hierbei kamen wir auf eine Einsatzdauer von 2 Stunden und 26 Minuten.

Beim nächsten Einsatz handelte es sich um einen „Sonstigen Einsatz“. Wir unterstützten die Damenmannschaft des SSV Haigerseelbach bei ihrem Spiel gegen die Bundesliga-Mannschaft „Heike Rheine“ am Haigerer „Haarwasen“. Da mit einer großen Anzahl an Zuschauern gerechnet wurde, und niemand genau wusste wie groß der Andrang würde, kamen wir, am 26. Juli, mit 11 Aktiven nach Haiger und kümmerten uns um die Parkplatzeinweisung und die Freihaltung der Rettungszufahrten. Insgesamt dauerte dies 5 Stunden und 45 Minuten.

Am selben Tag kam es dann zu Einsatz Nummer 8, als wir den Abend um 21:51 zu einer „Unklaren Rauchentwicklung“ in der Tränkestraße Alarmiert wurden. In unserer unmittelbaren Nachbarschaft zum Feuerwehrgerätehaus wurden wir aber nur bei einem Grillfeuer fündig, das etwas mehr als üblich, qualmte. So das wir direkt wieder abrücken konnten. Einsatzdauer: 10 Minuten. Fahrstrecke TSF-W: 0 Meter (60m vor – 60m zurück). Bei diesem Einsatz ist dem Leitstellen - Disponenten ein kleiner Fehler unterlaufen, denn er hatte „Feuer 2“ als Stichwort eingegeben, was zur Alarmierung der Feuerwehr Haiger führte. Dank den schnellen Rückmeldungen über Funk konnte aber das eine Fahrzeug unterwegs wieder umkehren.

Am 11. November kümmerten wir uns wieder um die Absicherung des Laternenumzugs vom Kindergarten Haigerseelbach. Außerdem stellten wir unsere Fahrzeughalle, für die Ausgabe der „Weckemänner“ und des Glühweins, zur Verfügung. Erstmals kümmerten wir uns um den Verkauf von Getränken und der Wurst. Zum aufwärmen wurde auch wieder ein kleines Lagerfeuer entzündet. Dieser Einsatz fällt auch unter „Sonstige Einsätze“, und dauerte 3 Stunden und 18 Minuten. Der letzte Einsatz in 2003 war am 11. Dezember um 00:52 Uhr und stellte sich leider als eine „Böswillige Alarmierung“ heraus.

Bei diesen 10 Einsätzen kamen wir auf ca. 165 Einsatzstunden in 2003.

Ausbildung
Neben den ca. 600 geleisteten Übungs-, Unterrichts- und Einsatzstunden, wurden 2003 von den Aktiven noch 12 überörtliche Lehrgänge besucht.

Beförderungen
Dieses Jahr dürfen wir 5 Kameraden aufgrund ihrer Lehrgänge und Dienstjahre befördern.

Frau Nicole Busch wird zur Feuerwehrfrau befördert. Die Herren Jürgen Fritsch, Sascha Knetsch, Sven Lommerzheim und Daniel Stratmann werden zu Ober-Feuerwehrmännern ernannt.

Bevor ich nun zum Ende komme, möchte ich allen Aktiven, und besonders den beiden Gruppenführern Uwe Rompf und Volker Heinecke, die mich des Öfteren „Montagebedingt“ vertreten mussten, sowie allen, die in 2003 bei den vielfältigen Aufgaben mitgewirkt haben, danke sagen und auf ein erfolgreiches und kameradschaftliches Jahr 2004 hoffen.

"Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr"
"Einer für alle, alle für Einen"